Assistierte Reproduktionstechnologien (ART) haben die Landschaft der Familiengründung verändert, wobeidie IVF mit Leihmütterneine immer wichtigere Rolle für Einzelpersonen und Paarespielt, die selbst keine Schwangerschaft sicher austragen können. Im Gegensatz zur traditionellen Leihmutterschaft, bei der die Leihmutter auch die Eizelle bereitstellt, tragen Leihmütter eine Schwangerschaftohne genetische Verbindungzu sich selbst aus und bieten damit einen medizinisch ausgereiften und rechtlich klareren Weg zur Familiengründung.

Die Zusammenarbeit mit Leihmüttern ist jedoch medizinisch, psychologisch und rechtlich komplex. In Anbetracht dessen haben Fachverbände wie dieAmerican Society for Reproductive Medicine(ASRM) unddas American College of Obstetricians and Gynecologists(ACOG) Empfehlungen für Ärzte und Programme veröffentlicht, die diese Dienstleistungen anbieten.
1. Wann sollte man eine Leihmutterschaft in Betracht ziehen?
Ein grundlegender Aspekt der Praxis ist die Entscheidung,wanndie Zusammenarbeit mit einer Leihmutter angebracht ist. Laut ASRM wird die Zusammenarbeit mit einer Leihmutter empfohlen, wenn eine medizinische oder psychologische Erkrankung eine sichere Schwangerschaft für die Wunscheltern ausschließt oder ein erhebliches Risiko für die Elternoderdas zukünftige Kind darstellt.
- Fehlen der Gebärmutter (aufgrund einer angeborenen Fehlbildung oder einer vorangegangenen Hysterektomie).
- Anomalien der Gebärmutter (irreparable Narbenbildung oder erhebliche Fehlbildungen).
- Erkrankungen, die eine Schwangerschaft lebensbedrohlich machen (z. B. pulmonale Hypertonie oder schwere Herzerkrankungen).
- Absolute psychologische Kontraindikationen für eine Schwangerschaft.
- Situationen, in denen der beabsichtigte Elternteil biologisch nicht in der Lage ist, ein Kind auszutragen (z. B. alleinstehende Männer oder männliche Paare).
2. Überprüfung und Bewertung der Wunscheltern und genetischen Spender
Vor Beginn eines Reproduktionszyklus mit einer Leihmutter ist eine Untersuchung der Wunscheltern und aller genetischen Spender unerlässlich. Die ASRM legt Wert auf eine gründliche medizinische Untersuchung, genetische Untersuchungen und psychosoziale Vorbereitung.
Medizinische Untersuchung
Wunscheltern sollten sich einer vollständigen Anamnese und körperlichen Untersuchung unterziehen, einschließlich aller notwendigen Untersuchungen, um sicherzustellen, dass die Eizellentnahme und die Embryoerzeugung sicher durchgeführt werden können. Dazu gehören die Beurteilung der Reproduktionsgeschichte, relevante Begleiterkrankungen und die Bereitschaft für eine assistierte Reproduktionstechnologie (ART).
Genetisches Screening
Alle Gametenquellen – ob von den Wunscheltern oder von Spendern – sollten einer angemessenen genetischen Untersuchung unterzogen werden. Angesichts der Einschränkungen, die sich aus der Selbstauskunft über die Abstammung bei der Identifizierung rezessiver Erkrankungen ergeben, empfiehlt die ASRM nachdrücklichein panethnisches erweitertes Träger-Screening(und nicht nur ethnisch basierte Panels).
Das Screening umfasst in der Regel Erkrankungen wieMukoviszidose, spinale Muskelatrophie und Thalassämie/Hämoglobinopathien, wobei je nach Anamnese oder familiärem Hintergrund zusätzliche Tests durchgeführt werden. Idealerweise sollte für alle Spender dasselbe Panel verwendet werden.
3. Auswahl und Betreuung der Leihmutter
Die Auswahl und Vorbereitung der Leihmutter ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg einer IVF-Behandlung mit Leihmutterschaft.
Medizinische Kriterien
Gemäß ASRM und bestätigt in Informationsblättern zu Bildungszwecken:
- Der ideale Träger ist in der Regelzwischen 21 und 45 Jahre alt, obwohl einige Fälle mit entsprechender Einverständniserklärung auch außerhalb dieses Altersbereichs liegen können.
- Sie sollte zuvor mindestens eineunkomplizierte Schwangerschaftgehabt haben.
- Um das geburtshilfliche Risiko zu verringern, wird häufig eine Begrenzung aufinsgesamtetwafünf Entbindungenund nicht mehr alsdrei Kaiserschnitteempfohlen.
- Ein stabiles familiäres und soziales Umfeld sollte vorhanden sein, um den Stress während der Schwangerschaft besser bewältigen zu können.
Screening auf Infektionskrankheiten
Die Leitlinien der ASRM beschreiben umfangreiche Tests auf Infektionskrankheiten für Träger.
Gebärmutteruntersuchung
Eine Untersuchung der Gebärmutterhöhle wird empfohlen, um strukturelle Anomalien auszuschließen, die die Einnistung oder den Verlauf der Schwangerschaft beeinträchtigen könnten.
Psychosoziale Bewertung
Eine der am meisten hervorgehobenen Empfehlungen istdieformellepsychosoziale Beurteilungder Leihmutter und der Wunscheltern. Psychologische Fachkräfte führen klinische Interviews, validierte psychologische Untersuchungen und Beratungen durch, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten die Auswirkungen vollständig verstehen, dass alle Beteiligten die gleichen Erwartungen haben und dass Unterstützung vorhanden ist, falls Stress auftritt.
4. Rechtliche und vertragliche Überlegungen
Alle Parteien müssen vor Beginn medizinischer Eingriffeeinen unabhängigen Rechtsbeistand hinzuziehen, der über Erfahrung im Bereich des Reproduktionsrechts Dritter verfügt.
Ein rechtsverbindlicher Vertrag sollte Folgendes regeln:
- Feststellung der Abstammungund Nichtabstammung.
- Medizinische Entscheidungen während der Schwangerschaft.
- Finanzielle Vereinbarungen (Gebühren, Ausgaben, Versicherungsschutz).
- Erwartungen hinsichtlich der Logistik der Entbindung und des Kontakts oder der Offenlegung nach der Geburt.
- Risikoverteilung für pränatale Testergebnisse, Komplikationen oder Mehrlingsschwangerschaften.
Schlussfolgerung
Die IVF mit Leihmüttern erfordert umfassende Protokolle, die medizinische Sicherheit, psychisches Wohlbefinden, rechtliche Klarheit und ethische Integrität gewährleisten.
Modern Fertility Law hat diese Inhalte ausschließlich zu Informationszwecken für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Informationen auf dieser Website dienen nicht dazu, Rechtsgutachten oder Rechtsberatung zu vermitteln. Weitere Informationen zu medizinischen Fragen erhalten Sie bei der American Society for Reproductive Medicine.


