Unfruchtbarkeit und Familiengründung sind sehr persönliche Themen – insbesondere für lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, queere/sich ihrer Sexualität unsichere, intersexuelle, asexuelle und andere geschlechtsdiverse (LGBTQIA+) Menschen. In der Vergangenheit konzentrierte sich die Reproduktionsmedizin auf heteronormative Annahmen und marginalisierte damit unbeabsichtigt viele Menschen, die eine Familie gründen oder vergrößern wollten. Um eine gerechte und mitfühlende Betreuung zu gewährleisten, müssen Fachleute eine inklusive Sprache und ein bewusstes Umfeld schaffen, das LGBTQIA+-Personen wirklich willkommen heißt.

Hier untersuchen wir, warum Inklusivität bei der IVF wichtig ist, wie Sprache die Erfahrung der Partei prägt und konkrete Strategien zur Schaffung von Umgebungen, in denen sich LGBTQIA+-Parteien während des gesamten IVF-Prozesses respektiert, bestätigt und gestärkt fühlen.
Warum die Einbeziehung von LGBTQIA+ bei der IVF wichtig ist
1. Barrieren für die Gesundheitsversorgung abbauen
LGBTQIA+-Parteien stoßen häufig auf Hindernisse, darunter:
- Annahmen über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität.
- Aufdringliche oder unangemessene Fragen.
- Formulare und Mitteilungen, die nur „Mutter/Vater“ oder binäre Geschlechtsoptionen anerkennen.
- Mangelndes Verständnis für unterschiedliche Familienstrukturen und reproduktive Bedürfnisse.
Diese Hindernisse können Einzelpersonen oder Paare davon abhalten, eine Fruchtbarkeitsbehandlung in Anspruch zu nehmen – selbst wenn diese medizinisch angezeigt ist.
2. Verbesserung der Gesundheitsergebnisse
Eine inklusive Versorgung führt zu besseren psychologischen und medizinischen Ergebnissen. Parteien, die sich respektiert fühlen, sind eher bereit:
- Kommunizieren Sie offen mit den Anbietern.
- Halten Sie sich an die Behandlungspläne.
- Erleben Sie weniger Stress und Ängste während eines Prozesses, der ohnehin schon emotional und körperlich anstrengend ist.
3. Ethische und rechtliche Imperative
Fachleute haben die ethische Verantwortung, eine diskriminierungsfreie Versorgung zu gewährleisten. In vielen Ländern verbieten Gesetze auch Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität. Eine inklusive Praxis ist nicht nur mitfühlend, sondern auch gesetzeskonform.
Die Macht der Sprache in der Partybetreuung
Sprache ist mehr als nur Worte – sie prägtdie Wahrnehmung, das Vertrauen und das Zugehörigkeitsgefühl. Für LGBTQIA+-Personen kann die Alltagssprache entweder die Identität bestätigen oder die Ausgrenzung verstärken.
Grundsätze für inklusive Sprache
Nachfolgend finden Sie grundlegende Prinzipien für die Kommunikation:
1. Verwenden Sie geschlechtsbejahende Terminologie
Vermeiden Sie Vermutungen über Geschlecht oder Beziehungen. Erkennen Sie, dass:
- Ein „Partner“ kann männlich, weiblich, nicht binär oder geschlechtsdivers sein.
- Begriffe wie „Mutter“ und „Vater“ treffen möglicherweise nicht zu.
Bevorzugte Alternativen:
- Anstelle von „Mutter/Vater“ verwenden SieElternteil,Erziehungsberechtigter,Elternteil 1/Elternteil 2.
- Verwenden Sie statt „Ehemann/Ehefrau“ die Begriffe„Partner/Ehepartner“.
- Anstelle von „Frau/Mann mit Unfruchtbarkeit“ verwenden Sie„Person/Paar, die/das eine IVF anstrebt“.
2. Pronomen respektieren
Fragen Sie immer nachden korrekten Pronomender Person (z. B. sie/ihr, er/ihm, sie/ihnen, Neopronomen) und verwenden Sie diese. Eine falsche Geschlechtszuordnung kann Schaden anrichten – auch wenn sie unbeabsichtigt ist.
Bewährte Vorgehensweise:
- Stellen Sie Ihre eigenen Pronomen vor („Hallo, ich bin Dr. Lee und ich verwende die Pronomen „sie/ihr“. Welche Pronomen verwenden Sie?“)
- Fügen Sie Pronomenfelder in Aufnahmeformulare ein.
- Schulen Sie alle Mitarbeiter darin, die gemeinsame Nutzung von Pronomen zu praktizieren und zu normalisieren.
3. Vermeiden Sie heteronormative Annahmen
Standardannahmen über Beziehungen oder Fortpflanzungspläne können LGBTQIA+-Personen vor den Kopf stoßen. Zum Beispiel:
- Gehen Sie nicht davon aus, dass alle lesbischen Paare eine Samenspende benötigen.
- Gehen Sie nicht davon aus, dass beide Partner eine Schwangerschaft wollen.
Zu vermeidende Wörter
- „Echte Mutter/Echter Vater“
- Geschlechtsspezifische Annahmen über den Körper (z. B. „Als Frau musst du …“)
- Binäre Sprache, in der Vielfalt existiert
Zu verwendende Wörter
- Bestätigende Begriffe wieLeihmutter,Wunscheltern,bei der Geburt als männlich/weiblich zugewiesen(nur wenn medizinisch relevant und mit Einwilligung).
Inklusive Aufnahmeformulare und Dokumentation
Formulare sind oft die erste Interaktion, die Parteien mit einem Fachmann haben. Sie geben den Ton für Inklusivität an.
1. Felder für Geschlecht und Name
Enthalten:
- Gesetzlicher Name– für Versicherungen und Unterlagen
- Gewählter Name– für respektvolle Kommunikation
- Pronomen– mit Optionen und einem Freitextfeld
Beispiel:
Gesetzlicher Name: __________
Gewählter Name (falls abweichend): __________
Pronomen: ________ (sie/ihr, er/ihm, sie/ihnen, andere)
Vermeiden Sie:
- Geschlechtsauswahlfelder beschränkt auf „Männlich/Weiblich“
- Fragen, die eine Erklärung für nicht-binäre Identitäten erfordern
2. Familienstruktur und Informationen zum Partner
Ersetzen:
- „Mutter“ und „Vater“ durch neutrale Begriffe wie„Kontaktperson/Erziehungsberechtigter“,„Partner“,„beabsichtigter Elternteil“ ersetzen.
Zum Beispiel:
Beziehungsstatus der Partei: ___ (ledig / verheiratet / in einer Partnerschaft / Sonstiges)
Name des Partners: __________
Pronomen des Partners: __________
Beziehung zur Partei: __________
Fazit: Jenseits aller Worte – hin zu einer einladenden Pflege
Eine inklusive Sprache und eine einladende Umgebung sind in der Reproduktionsmedizin kein „Extra“ – sie sind unerlässlich, um LGBTQIA+-Personen faire und respektvolle IVF-Dienstleistungen anzubieten. Durch die Überprüfung der Sprache, die Neugestaltung der Aufnahmesysteme, die Schulung des Personals und die Bestätigung des Weges jedes Elternteils können Fachleute die Erfahrungen und Ergebnisse der Betroffenen verändern. Inklusion basiert auf Würde, Respekt und Fürsorge.
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